Liebe und Partnerschaft – Sexualität und Geschlechtsrolle

Teil I

Grundausrüstung

Wie erkennen wir Sexualität und Geschlechtsrolle im Geburtsbild mit der Methode der Astrologischen Psychologie? Mit welchen Indikatoren (Aspektbild, Planeten, Zeichen, Häuser) messen wir diese im Geburtsbild? Eine kurze Betrachtung.

Planeten
Welche Planeten sind für intime Beziehungen wichtig?
(Prinzipiell sind natürlich alle 10 Planeten wichtig, ohne diese finden wir keine aussagekräftige Analyse für den menschlichen Charakter. Dem Thema gemäß gibt es aber Prioritäten).
Neben den drei Haupt- bzw. Persönlichkeitsplaneten, die das ICH darstellen, was natürlich immer die Hauptrolle spielt, sind für die Sexualität die beiden Libidoplaneten Venus (weibliche Libido) und Mars (männliche Libido) sowie nachrangig die geistigen Leitfunktionen Uranus (weiblich) und Pluto (männlich) als Ideale von Mann und Frau sowie Neptun als Liebesideal zu betrachten.

Was passiert, wenn wir einem „neuen“ Menschen begegnen?

Wir nehmen ein Gegenüber wahr (Augen, Sinneswahrnehmung – Jupiter), mit Hilfe der Sprache nehmen wir Kontakt auf (Merkur) und gleichzeitig bewerten wir gefühlsmäßig (Liebessehnsucht – Mond), ob dieser Mensch uns sympathisch oder unsympathisch ist.

Wenn wir besonders berührt sind, vielleicht sogar ein Gefühl von Vertrautheit entsteht, wirkt das Liebesideal (Neptun) hinein, wir verlieben uns! Der Wunsch nach Verschmelzung mit dem/der Liebsten entsteht. Das wird idealerweise eine echte Liebesbeziehung.

Werden lediglich erotisch-sexuelle Bedürfnisse angeregt, sind (Woll-)Lust auf ein Abenteuer (Mars) und (Kuschel-)Hingabewünsche (Venus) aktiv.

Mars steht für aktives Verlangen, er will erobern, eindringen und beherrschen. Das kann sich auch heftig äußern.

Venus steht für Aufnahme, sie ist selektiv, öffnet sich in sicherer Atmosphäre, liebt schöne Dinge als Beiwerk, möchte vereinnahmen und halten.
Es ist wichtig, zu unterscheiden, dass Venus nicht für Liebesgefühl oder „die Liebe“ steht, sondern für den Wunsch nach Harmonie, Wohlbefinden und Versorgung. Venus betrachtet das ganz egozentrisch aus der Sicht ihrer individuellen Harmonievorstellung heraus. Wird diese erfüllt, ist sie hingebungsvoll. Eine beleidigte Venus ist alles andere als anschmiegsam…

Mond steht für die Liebe zum Anderen, für Zärtlichkeit, in der er sich lebendig fühlt. Mond ist ein Reflektor, er leuchtet nur im Lichte des Anderen, nur so kann er glücklich werden. Daher sehnt er sich nach Liebe, das ist sein Herzensanliegen. Deshalb steht Mond ja für das Gefühls-ICH des Menschen (Mann und Frau gleichermaßen), mit wechselnden Gezeiten…und Stimmungen.
(Die Definitionen für die Planeten sind hier themenspezifisch gekürzt.)

Die Durchhaltefähigkeit der Planeten (Zeichenposition), ihre Einsatzfähigkeit (Hausposition) sowie ihre Aspektverbindungen (Motivation, Interesse) zeigen den Grad der oben erwähnten Grundstimmungen an und wie sie eingesetzt werden können. Detaillierte Erläuterungen sprengen hier den Rahmen. Gerne liefere ich gründlichen Einblick in meinen Kursen oder in einem ganz persönlichen Beratungsgespräch. Denn trotz aller Indikatoren im Geburtsbild: Was der Horoskopeigner aus diesen Anlagen gemacht hat, kann wie immer nur ein persönliches Gespräch klären!
Hier nur ein kurzer Einblick: Mars Opposition Venus (größter Abstand, größstes Interesse, beim Quadrat besonders dringlich, muss ausgelebt werden (Druck muss entweichen können!), je näher beide Planeten sich stehen, desto geringer ist der Drive, bei Konjunktion sind Anima und Animus bereits innerlich so verbunden, dass sie kaum Ergänzung draußen suchen müssen.

Teil II

Entwicklung und Reifung

Bisher habe ich nur die Kontakt- und Libidofunktionen sowie die Gefühle und das Liebesideal erwähnt. In jungen Jahren sind dies sicher auch die maßgeblichen Eigenschaften.

Jedoch geht es im Leben um Entwicklung.
Mit zunehmender Reife beginnt der Mensch, sich von der elementaren ersten Stufe (Saturn-Stufe – Realitätssinn, Alltag, Bedürfnisbefriedigung) über die zweite Stufe der Gefühlsschwankungen, Liebe und Hass, Frust und Freude (Mond-Stufe – Erfahrungen werden gemacht und durchlitten, Wunschbefriedigung) zur autonomen ersten Stufe zu entwickeln (Sonnen-Stufe – mentale Einsichten, durch Denken zum Verständnis gelangen, anderen die eigene Handlung und Motivation erklären wollen). Diese dritte Stufe vereinigt alle drei auf einer höheren Ebene, der Mensch ist geläutert und durch viele Erfahrungen zu Erkenntnissen gelangt. Er lässt sich fortan nicht mehr provozieren, sondern entwickelt Gelassenheit und Würde. Er reagiert nicht, sondern er handelt bewusst. Nun kann er als erwachsene Persönlichkeit andere Menschen unterstützen.

Wenn wir dies berücksichtigen, wird offensichtlich, das das ICH die Kontrolle über die Impulse und Fähigkeiten der uns mitgegebenen Werkzeuge haben muss, um eine entwickelte Persönlichkeit zu werden bzw. zu sein. Das gilt ebenso für eine entwickelte Sexualität.

In der Kindheit dienen unsere Eltern und andere „Erziehungspersonen“ als Vorbild. Nicht immer sind dies mit den inneren Idealen des Kindes übereinstimmende Werte. Der Alltag prägt sich im Bewusstsein des Kindes ein und formt es bis zu einem gewissen Grad. Wir können im Geburts-Triple erkennen, ob die Erwartungen des Kindes erfüllt wurden oder ob es dort Defizite gegeben hat. Ebenso sehen wir natürlich die Förderungen und Forderungen der Umwelt. In der Position von Saturn sehen wir die persönliche Einstellung zu Struktur, Werten und Realität (vermittelt durch Mutter), in der Position der Sonne sehen wir die angestrebte Autonomie (vermittelt durch Vater). In der heutigen Zeit mit Eltern-Teilzeit und Vater als Hausmann kann sich das auch umkehren!
Im Planeten Uranus sehen wir das Symbol für die ideale, perfekte Umwelt, die ideale Mutter und Frau (Eva). Im Planeten Pluto liegt symbolisch der ideale, perfekte Mensch und Mann (Adam). Ideal bedeutet hier eine Art „Ur-Vision“ archetypischer Muster von Frau und Mann.
Daher verknüpfen wir Uranus auch mit Intuition (plötzliche Einsicht in die echte Realität außerhalb unserer persönlichen) und Pluto mit dem geistigen (Hohen)-Selbst (unserem Gewissen, „echt“ zu sein und dem eigenen Wesenskern treu zu bleiben).

Saturn steht für den Wunsch nach Sicherheit und Schutz, Sonne für das Streben nach Beherrschung und Autonomie, Saturn defensiv, Sonne offensiv. Ist Mond hier stabil eingebunden, ist das ICH im besten Fall in der Lage, in sich selbst ruhend Zufriedenheit, Sicherheit und Kraft zu finden. Das gilt auch für das Thema Sexualität. Denn so optimal ausgerüstet kann der Mensch sich auf Zweisamkeit, Erotik, Zärtlichkeit und Liebe einlassen, ohne Angst vor Selbstaufgabe und ohne Schuldgefühle.

Hier öffnen sich unzählige Kombinationsmöglichkeiten für persönliche Entfaltung, je nachdem wie die Energien individuell „geschaltet“ sind. Das lässt sich nur im Gespräch klären, allgemeine Aussagen sind kontraproduktiv! Die Libidoplaneten in ihrer Verbindung zu Sonne und/oder Saturn sowie untereinander sind zu beleuchten.

Und wenn diese Betrachtungen ein Bild ergeben, müssen wir noch die Ur-Ideale Uranus und Pluto einbeziehen. Bestehen diese im Blick auf unsere Eltern oder unterscheiden sie sich sehr von diesen? Wie sind sie mit den Libidoplaneten verbunden, können sie ihre Ur-Visionen ausleben oder werden sie „zu ihrer Entwicklung gedrängt“? Das können u. U. heftige Herausforderungen sein, wenn das ICH sich dagegen wehrt. Oft besteht gerade hier Klärungsbedarf, was sich als als innerer Leidensdruck äußert.

Hilfreich ist noch die Berücksichtigung des aufsteigenden Mondknotens als erste Schritte zum Entwicklungsziel (3. Stufe des AC-Zeichens).

Teil III

Sexualität im fortgeschrittenen Lebensalter

Die gute Nachricht lautet, es gibt keine Altersbegrenzung für erotisches Zusammensein und erfüllendes Sex-Erleben. Die bestehenden Voraussetzungen behalten ihre Gültigkeit bis zum Lebensende. Selbstverständlich gibt es manchmal Zeiten, da lassen die Ur-Triebe nach, „man wird älter und ruhiger“… die Abstände von Mal zu Mal werden größer. Aber auch hier kann sich immer mal wieder eine Intensivierung einstellen. Wichtig ist natürlich, dass Vertrauen und Respekt für den Partner erhalten bleiben. Wichtig bleibt auch das stabile ICH, welches beim älteren Menschen eher ausgebildet sein dürfte.

Traditionell nach der Huber Methode ist die Erprobungsphase für Sexualität und Erotik im 5. Haus angesiedelt (24-30). Wurde nicht der Anlage entsprechend gelebt, hat man meistens im 8. Haus (42-48) wieder mit dem Thema zu tun. Sollte es noch Ergänzungsbedürfnisse geben, schauen wir uns das 11. Haus an, und die Erfahrung zeigt, dass sich dort die Bedürfnisse wieder steigern (60-66). Wer im 14. Haus (2. Durchgang 2.Haus) anlangt, wird sich immer noch (oder wieder) intensiv damit beschäftigen!

Es kommt natürlich nicht nur auf den jeweils aktuellen Alterspunkt an, sondern die Radix-Positionen gelten das ganze Leben. Es ist auch interessant, die einzelnen Häuser anzusehen und auf evtl. enthaltene Zeichenwechsel zu achten. Diese bedeuten themenspezifisch einen Energiewechsel im entsprechenden Lebensalter („kleiner Alterspunkt“ in jedem Haus für 72 Jahre). Ein Beispiel: drei Zeichen im 7. Haus (Waage eingeschlossen), in Jungfrau sind existenzielle Themen und Arbeit in der Partnerschaft wichtig, in Waage sind die Energien ausgeglichen, Harmonie in beständiger Partnerschaft (im aktuellen Beispiel finden sich Saturn und Neptun in Waage), beim Skorpion im letzten Abschnitt des Hauses sind Sexualität, Leidenschaft plötzlich wieder wichtiger, werden in der Partnerschaft erfüllt.

Eine zusätzliche Betrachtung des Solarhoroskopes kann hier sehr praktischen Einblick über das aktuelle Interesse am Thema – also die Natur des Libido-Levels im jeweiligen Jahr – liefern! Es ist möglich, dass in einem Jahr überhaupt kein Drang nach sexueller Betätigung vorhanden ist, was sich dann schlagartig im neuen Lebensjahr wieder ändern kann, wenn z.B. der aktuelle Solar-Planet Mars auf eine entsprechende Position im Radix Mars zu liegen kommt, oder eine erneute Aspektverbindung zu Uranus entsteht ect. (Solar-Alterspunkt, Solar-Radix-Klick).
Auch hier hilft nur das individuelle Gespräch!

Wir werden alle älter, das ist universelle Gerechtigkeit.
Nutzen wir jedes Lebensjahr so gut wir können!

Viel Glück dabei!

Gabriele

PL_Tafel

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